Abteilung für kommunitäre Entwicklung

Die Berufsbildungsarbeit von CAMPO zielt auf Schulung und Weiterbildung der Bürger, wodurch diese bessere Zugangsbedingungen für den Arbeitsmarkt erhalten, und unterstützt die Basisgruppen dabei, ihre Berufsbildungszentren selbst verwalten zu können sowie Nachhaltigkeit, auch finanziell, zu erreichen. Heute berät CAMPO zwölf Berufsbildungszentren, die u.a. Computerkurse, PC-Montage- und Instandhaltung, Elektrikerkurse, Techniken für die kreative Gestaltung von Buffets, Telefonmarketing, Siebdruck, Nähkurse, industrielle Gestaltung, Zimmermädchenkurse, Erziehung für Jugendliche und Erwachsene, Abiturvorbereitung anbieten. Die Mehrzahl dieser Zentren beteiligt sich am Netzwerkes für Berufsbildungszentren des Grossraums Rio, einer Einrichtung, die CAMPO seit sieben Jahren berät und die sich zu einem Partner entwickelte.

Ziele der Gruppe für Berufsbildungsarbeit bei der Beratung von Basisgruppen sind die Umwandlung der Berufsbildungszentren in rechtsförmige Gemeinschaftsunternehmungen, Kreativität und Unternehmensgeist zu fördern und Schritt für Schritt die pädagogische Qualität der angebotenen Dienstleistungen zu verbessern.

Schaffung von Arbeit und Einkommen

Die Überbewertung des „Kapitals“ führt zu einer Dekonstruktion der „Arbeitswelt“. Arbeitslosigkeit, Schwarzarbeit und informelle Beschäftigungsverhältnisse charakterisieren unsere gegenwärtige Gesellschaft. Das Leben entwickelt sich zu einem unerwarteten Kampf um einen Platz an der Sonne, vor allem für die Bewohner der von geringem Einkommen geprägten Stadtteile und Peripherien der Grossstädte. Ziel von CAMPO ist es, Mechanismen und Möglichkeiten in Gang zu setzen, die Arbeitsverhältnisse schaffen und die Familieneinkommen in den armen Stadtteilen verbessern. Zugang zu Arbeit soll vor allem durch solidarische und selbständige Unternehmen ermöglicht und gefördert werden. Als Alternative zur Schaffung von Arbeit und Einkommen begleitet und analysiert CAMPO die aktuelle Situation des herkömmlichen Arbeitsmarktes, speziell einiger Bereiche, um Beratung und Kurse im Hinblick auf die Betriebsleitung im öffentlichen Genossenschaftswesen anzubieten, welche die Schaffung von Kooperativ-Netzwerken in hilfsbedürftigen Stadtteilen und die Artikulationsfähigkeit der einbezogenen Gruppen fördern sollen. Ferner engagiert sich CAMPO im Forum für Genossenschaftswesen (RJ) und bei der Erarbeitung sowie Begleitung von neuen Geschäftsideen, indem durch eine Partnerschaft mit der Gesellschaft für Mikrokredite VivaCred der Zugang zu finanziellen Fördermitteln ermöglicht wird.

 

SOS Peripherie

Das Projekt SOS Peripherie, das sich als Ziel die Unterstützung der von geringem Einkommen geprägten Stadtteile des Regierungsbezirkes São Gonçalo, Grossraum Rio, gesetzt hat, begann seine Aktivitäten im November 2003 und hat eine Laufdauer bis Ende 2006 . An dem Projekt beteiligen sich BewohnerInnen und gewählte, lokale Leitungsgruppen der fünf Projektgemeinden in São Gonçalo: Jardim Bom Retiro, Santa Isabel, Jockey Club, Fazenda dos Mineiros und Salgueiro. Auf den Weg gebracht von der deutschen NGO Weltfriedensdienst, Berlin, und in Partnerschaft mit CAMPO, wird SOS Periferia vom deutschen Entwicklungshilfeministerium kofinanziert. Das Projekt, welches Massnahmen in den Bereichen Berufsbildung, Schaffung von Arbeit und Einkommen sowie Investitionen in die örtliche Infrastruktur umfasst, besteht drei Entwicklungsetappen: Sensibilisierung und Mobilisierung der BewohnerInnen, Ausbildung lokaler MultiplikatorInnen in den Techniken und Instrumenten der Zivilgesellschaft (z.B. Projektentwicklung, Konfliktmanagment, usw.) sowie die Durchführung von Subprojekten zu den o.a. Massnahmebereichen. Zur Sensibilisierung der BewohnerInnen haben Jugendliche aus fünf Favelas, in Zusammenarbeit mit dem Centro do Teatro do Oprimido CTO-Rio, zwei Theaterstücke entwickelt, die sie in den armen Gemeinden São Gonçalos aufführen und diskutieren. Die Multiplikatorenausbildung, deren Ziel es ist, Vertreter eines nachhaltigen lokalen Entwicklungsprozesses auszubilden, basiert auf partizipativen Methoden und führt zu nachhaltiger Selbsthilfe in den armen Gemeinden. Sensibilisierung der BewohnerInnen sowie die MultiplikatorInnenausbildung haben zu folgenden lokalen Veränderungen geführt: In der Gemeinde Sta. Isabel wurde ein Berufsbildungszentrum mit angeschlossenem Cybercafé aufgebaut und in Betrieb genommen. In der Gemeinde Jockey Clube wurde ebenfalls ein Berufsbildungszentrum eingerichtet. In der Gemeinde Jardim Bom Retiro ist eine Gruppe von Frauen dabei, eine Näherinnenkooperative aufzubauen. Die beiden Nachbargemeinden Salgueiro und Fazenda dos Mineiros haben sich zusammengeschlossen und sind dabei, ein Zentrum für Komunitäre Entwicklung mit Berufsbildungskursen, einer Näherinnenkooperative sowie einem festen Sitz für die Theatergruppe aufzubauen. SOS Periferia arbeitet heute mit lokalen Führungskräften aus über 25 Vierteln des Munizips São Gonçalo zusammen. Das Projekt SOS Peripherie hat ein Büro in der Rua João Caetano, N° 45/405, im Zentrum von Alcântara. Telefonnummer für Kontaktaufnahme (21) 2603-0330, eMail:sosperiferiasg@campo.org.br

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